Beim Spielen von Figuren durch den Quintenzirkel fällt auf, dass es auch „unbequeme“ Tonarten gibt, in denen manche Dinge deutlich schwerer zu realisieren sind. Bei folgender Tremolo-Übung (Seite 18-19) habe ich zwei Tonarten notiert, die entweder für die rechte Hand (in E♭-Dur) oder für die linke Hand (in E-Dur) nicht gerade günstig liegen. Das Tremolo soll dabei in vier 12er-Gruppen pro Intervall (notiert als Triole mit Zweiunddreißigstelnoten) von der großen Terz bis zur Oktave und wieder zurück gespielt werden. Der wandernde Melodieton führt die rhythmische Figur dabei immer an.
Tremolo in „unbequemen“ Tonarten
Der erste und letzte Akkord der Übungen ist die Dominante der jeweiligen Tonart. Auf den Seiten 18ab) ist dies B♭-Dur, auf den Seiten 19ab) ist es H-Dur (bzw. engl. B oder mit Auflösungszeichen: B♮ notiert). Bei der Tonart E♭-Dur mit rechts sind es die Töne D, F und G, in welche man leicht zu sehr hineinstochert, weil der untere Ton B♭ erhöht in der zweiten Reihe (der Klangstäbe) liegt. Bei der Tonart E-Dur sind es die Töne D#, F# und G#, die über dem unteren Ton H (engl. B♮) nur am Rand gespielt werden können, was natürlich auch nicht der optimale Anschlagpunkt ist.
Es geht darum, einen möglichst guten Klang der Holzklangstäbe zu erzielen, der in manchen Tonarten schwerer zu realisieren ist. Deshalb habe ich als Beschreibung „unbequeme“ Tonarten gewählt.
Tremolo-Übungen (Seite 18-19)
Wer die Tonarten der beiden Übungen ganz einfach mal vertauscht (also Übung 18 für die rechte Hand einen Halbton höher in E-Dur und Übung 19 für die linke Hand einen Halbton tiefer in E♭-Dur), wird bemerken, dass dies wesentlich leichter mit größerer Klangfülle zu spielen ist. Bei den Intervallen Quinte und Sexte ergibt sich dann allerdings (sowohl mit rechts in E-Dur als auch mit links in E♭-Dur) eine große Spannweite bei der Haltung der Schlägel der Tremolohand, wenn man die Klangstäbe der Marimba ungefähr in der Mitte anschlägt, wo sie ja am Besten klingen.
Zur Projektseite mit allen „Marimba · Übungen“ (PDF) und weiteren Infos.
Als Figuren können natürlich ebenso Quintolen, Septolen, usw. zum Einsatz kommen. Eine Variation mit einer 9er-Gruppe als Triolen mit Sechzehntelnoten habe ich auf Seite 20-21 notiert, wobei sich die Schlägel in der Führung der Triole abwechseln. Die Tonart zu vertauschen (also Übung 20 einen Halbton höher in E-Dur und Übung 21 einen Halbton tiefer in E♭-Dur) ist auch bei dieser Übung empfehlenswert. Eine Variante mit Quintolen in diesen Tonarten habe ich auf Seite 22-23 notiert. Die Noten und Infos dazu sind auf meiner Projektseite » „Marimba · Übungen“ (PDF) zu finden.
„Ungerade Figuren“ funktionieren besonders gut, um grundsätzlich eine gute Kontrolle über die Rotationsbewegung des Unterarms zu bekommen, weil man dabei ja „umdenken“ muss, da die Führung der Figur zwischen den Schlägeln wechselt. Selbstverständlich macht die Führung mit einem Schlägel ebenfalls Sinn und als Training ist auf jeden Fall beides gut – einfach mal verschiedene Figuren ausprobieren. Ich spiele tatsächlich auch nicht immer dasselbe Zeug als Training oder Aufwärmübung, sondern variiere auch die Akkordbegleitung.






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