Am Freitag dem Dreizehnten
fiel was in mir rauf.
Dann nahm die Sache
ganz schnell ihren Lauf.
An aber glaubte schon
lang ich nicht mehr.
Viel öfter an wenn – dann
klärt sich viel mehr.
Zähle ich jetzt
bis hin zur Dreizehn.
Kann ich die Sache
tatsächlich versteh’n.
Geh Dichte © Manfred Menke · 1995
Als Musiker muss man tatsächlich mindestens bis „13“ zählen können, was wohl eher nichts für Leute ist, die lieber an „Aber“ glauben wollen. Das sogenannte „Zwölftonsystem“ basiert auf einem einfachen natürlichen Phänomen, was phys(ikal)isch (= Obertongesang*) meßbar und leicht nachzuvollziehen ist.
Halbiert man eine schwingende Saite hört man die Oktave, ein Drittel ergibt die Quinte, ein Viertel ist die Doppeloktave, bei einem Fünftel erklingt die Dur-Terz. Musik ist eine völlig logische Disziplin, die eine ganze Menge mit Mathematik zu tun hat und gleichzeitig voller Emotion steckt.
* Sowohl physikalisch als auch physisch läßt sich das messen, denn Obertöne singen kann wirklich jede(r). Man muss allerdings ein bißchen üben, bis man ein Gehör für die Obertöne in der eigenen Stimme entwickelt. Die Vokale „o“ und „a“ sind am Besten dafür geeignet und das Ganze wirkt sogar sehr entspannend, weil man sich durch das Singen eines Lautes selbst eine Klangmassage gibt.
Na, und für „Marimba“-Spieler ist „Fünf vor Zwölf“ ohnehin nicht nur eine Zeitangabe.



