Meine Kompositionen für das Vibraphon, eines der wenigen polyphonen Instrumente, mit denen ein Solo-Künstler sogar ein ganzes Konzert bestreiten kann.

Besonders die Kombinaton der Dämpfung mit den Mallets und dem Pedal ermöglichen den typischen und unnachahmlichen Vibraphon-Sound.
Mit Hilfe dieser beiden Dämpfungs-Techniken entsteht eine faszinierende Komplexität und fließende Melodieführung.
Alle Stücke werden mit vier Mallets gespielt.
Do Not Eat The »Friend«-Chips
6′ 15 min – Virtuoses Stück, Latin-Rhythmik (1994)
Allgemein bekannt sind ja u.a. Kartoffel-Chips, Computer-Chips oder auch Chips als Spielsteine, wie etwa für das Roulette. Aber was zum Teufel sind „Friend“-Chips ?! – Die Ableitung vom englischen Wort für Freundschaft (= friendship) ist offensichtlich und die etwas andere Schreibweise lässt den vereinnahmenden Charakter von manchen eben nur „vermeintlich“ freundschaftlichen Angeboten erkennen. Deshalb sind solche misteriösen Appetithäppchen wie derartige „Chips“ grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.
Was mit den »Friend«-Chips gemeint ist verdeutlichen die folgenden Sätze.
Aufdringliche Ratschläger
verbreitern schlau Dummheit.
Gewissenlose Substanzen
eröffnen schmalspurige Sackgassen.
Vorlautes Wissen
schafft Durchblick statt Einsicht.
Kollektiv Wahnsinnige
tarnen sich als nette Gesellschaft.
„Freundliche“ Angebote
verschleiern versteckte Verführung.
Konsum – Bewusst – Sein verändert Lebensqualität.
Dieses Stück mit der rätselhaften Aufforderung entstand im Juli/August 1994, den Titel bekam es jedoch erst viel später. Auch der folgende Spruch, den ich als Wandspruch eines Häftlings im Zeughaus Vechta las, passt gut zu diesem etwas „abgedrehten“ Titel:
„Wenn der Wahnsinn zur Methode wird,
sind die Irren die Experten.“
Wandspruch eines Häftlings aus dem Zeughaus (ehemaliges Gefängnis) in Vechta.
Der Spruch funktioniert auch andersherum: „Wenn die Irren die Experten sind, ist der Wahnsinn die Methode!“. Aber sind wir nicht ohnehin längst diejenigen, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben?! – Bestimmt läßt sich das Ganze auch auf manche extremen oder „religiös“ geprägten Vorstellungen anwenden, die für ein sinnvolles und erfülltes Leben kaum geeignet sind. Das wird letzten Endes allerdings jede(r) für sich ganz persönlich entscheiden müssen.
In diesem Sinne: Glauben Sie ja nicht, wen Sie vor sich haben !!!
Preis: 9,80 €
Drei Meinungen
3′ 30 min – Drei Sätze, bewegt sich in den unteren zwei Oktaven (1994)
Ursprünglich 3 kurze Etüden für verschiedene Spieltechniken am Vibraphon, haben sie in dieser Kombination eine ähnlich Wirkung wie die kontroversen Ansichten dreier Personen zu einem Thema.
I. Harmonien mit melodischer Bewegung, 4/4-Takt
II. Akkordarpeggien, etwas langsamerer 6/8-Takt
III. Single Line, sehr schnell “quasi brutalo”
Preis: 6,80 €
Excited Moment
2′ 50 min – Eine spritzige Komposition,
voller mitreissender Energie (1996)
··» Noten-Beispiel «·· (PDF 140 KB)
Ein aufregender Moment kann verschiedene Ursachen haben. Freudige Aufregung hat sicher eine erfrischende und belebende Wirkung, während Aufregung aufgrund einer nervigen Sache eine Menge Kraft kostet …
Ganz besonders wenn sie überraschend und unerwartet auftreten, stecken solche Momente voller Energie, die ein Potential mitreißender Turbulenz besitzt.
Preis: 6,50 €
Expose Your Fear
3′ 30 min – Harmonisch und dynamisch sehr kontrastreich (1994)
··» Noten-Beispiel «·· (PDF 100 KB)
Was ist Angst, wodurch entsteht Angst, warum erlebt jemand überhaupt einen ängstlichen Zustand – ein existenzielles Thema, mit dem es sich ganz bestimmt zu beschäftigen lohnt. Vor allem, wenn am Ende schließlich ein angstfreier Zustand erreicht werden kann ?!
Bizarre, strebige Klänge und extreme Dynamik symbolisieren das Erleben von Angst. Wohlstrukturierte Kadenzwege betrachten die Angelegenheit nüchtern, entlarven die nur „vermeintlichen“ Ängste – stellen sie bloß – bis am Ende furchtloses Vertrauen bleibt.
Preis: 5,80 €
Für Christine
6′ 10 min – Im Stil einer Jazzballade (1994)
··» Noten-Beispiel «·· (PDF 132 KB)
Die ursprüngliche Fassung entstand im April 1986. Davon sind allerdings nur die ersten zwölf Takte übrig geblieben. Alles, was sich danach entwickelt, habe ich im Mai 1994 neu geschrieben.
Ich habe mich schon oft gefragt, ob die Musik ein musikalisches Protrait ist, oder eher die spannende Dynamik der Beziehung zwischen zwei Personen illustriert …
Es ist jedenfalls eine stimmungsvolle Ballade mit jazzharmonischen Einflüssen. Weiche Akkord- & Melodieflächen wechseln mit groovig aufzufassenden Passagen. Ein zentrales Motiv eröffnet die Komposition, durchdringt sie, sich immer wieder in Erinnerung bringend und ruht schließlich in sich.
Preis: 7,50 €
Liebeslied
4′ 20 min – Getragener 6/8-Takt in D-Moll (1994)
··» Noten-Beispiel «·· (PDF 208 KB)
Auch wenn es vielleicht sehr nahe liegt, es geht nicht um die Dramatik einer (un)glücklichen Liebesgeschichte. Sondern vielmehr darum sich ganz einfach selber zu mögen und so anzunehmen, wie man eben ist – denn das ist längst nicht jedem selbstverständlich.
Das Stück wird stark geprägt durch die Dämpfung mit den Mallets bei getretenem Pedal. Diese typische Spieltechnik ermöglicht einen unnachahmlichen Sound am Vibraphon und bei diesem Stück ist sie ganz besonders wichtig, um den gefühlvollen Charakter hervorzubringen.
Es „besuchte“ mich an meinem 33. Geburtstag im Juni 1994 und ein schöneres Geburtstagsgeschenk als diese Musik hätte ich wirklich nicht bekommen können. Die Aufnahme war übrigens ebenfalls ein besonderer Glücksfall, denn ich habe es tatsächlich nur ein einziges Mal – ungeschnitten, an einem Stück – gespielt.
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Preis: 7,50 €

Mutation I – IV
5′ 40 min – Vier Sätze, freitonal (1994)
Das Konzept der vier Bewußtseinsmutationen, mit denen Jean Gebser die Entwicklung des (europäischen) Bewußtseins zu beschreiben versucht, inspirierte mich zu den 4 Sätzen dieses Werkes.
In seinem Werk „Ursprung und Gegenwart“ beschreibt er anhand vieler Beispiele der Kulturgeschichte, wo er Übergänge zwischen fünf Bewußtseinstrukturen wahrnimmt.
I. Alterierte Flächen · Überraschende Sekunden
II. Gewirbelte Akkorde · Eingeworfene Signale
III. Triolisches 11-Ton-Motiv · Nervöse Unruhe
IV. Aufklärende Reprise · Einwürfe münden in achtsamer Ruhe
Preis: 7,80 €
Thoughts About You & Me
7′ 20 min – Molto Espressivo, improvisativer Charakter (1994)
Die ersten beiden Takte bilden den ursprünglichen Kern, aus dem heraus (s)ich das Stück entwickelte. Als ich daran arbeitete, ging mir eine Person – eine Frau natürlich – nicht aus dem Sinn, was ich schließlich in einem Gedicht zum Ausdruck brachte. Es trägt den Titel „un-bedingt“ und ich habe es der betreffenden Person auch tatsächlich unbekannterweise zukommen lassen.
Das Kernmotiv der ersten beiden Takte bestimmt wie ein zentraler Gedanke, dessen Aspekte im Verlauf der Betrachtung von allen Seiten beleuchtet werden, die Thoughts About You & Me. Obwohl vollständig notiert, hinterlässt die Komposition dennoch einen improvisatorischen Eindruck.
Preis: 9,50 €

